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17. August 2026 6 Min. Lesezeit

Shopware 5 EOL: Was Shop-Betreiber jetzt entscheiden müssen

Shopware 5 ist seit Juli 2024 End-of-Life. Welche Risiken der Weiterbetrieb trägt, welche drei Optionen es gibt — und wie du die Entscheidung sauber triffst.

A Alex JankAlex JankGründer & Architect
ShopwareMigrationE-Commerce
Alex Jank präsentiert einen Zeitstrahl, auf dem die Shopware-5-Linie im Juli 2024 endet, während die Shopware-6-Linie weiter steigt

Seit dem 31. Juli 2024 ist Shopware 5 offiziell End-of-Life: keine Sicherheitsupdates, keine Bugfixes, kein Herstellersupport. Drei Optionen stehen offen — abgesicherter Übergangsbetrieb, Migration auf Shopware 6 oder Replatforming auf ein anderes System. Zwei Jahre später laufen trotzdem noch viele Shops auf Shopware 5, und jeder Monat Weiterbetrieb ist keine Sparmaßnahme mehr, sondern eine unbezifferte Verbindlichkeit.

Was End-of-Life wirklich heißt

End-of-Life klingt nach einem Stichtag, ist aber ein Prozess, der sich verschärft: Sicherheitslücken bleiben ungepatcht, PCI-DSS- und DSGVO-Compliance kippen, das Plugin- und Payment-Ökosystem stirbt ab, und jede weitere Investition fließt in eine Plattform ohne Zukunft. Der Shop fällt nicht morgen aus — aber das Risiko wächst jeden Monat, während die Handlungsoptionen schrumpfen. Die vier Mechanismen im Einzelnen:

  • Sicherheitslücken bleiben offen. Wird in Shopware 5 oder einer seiner Abhängigkeiten eine Lücke gefunden, patcht sie niemand mehr. Jede veröffentlichte Lücke ist eine Einladung mit Bauanleitung.
  • Compliance kippt. Wer Kreditkartenzahlungen abwickelt, muss nach PCI DSS auf unterstützter Software arbeiten. Auch die DSGVO verlangt in Artikel 32 Stand der Technik — ein System ohne Security-Patches ist das Gegenteil davon.
  • Das Ökosystem stirbt mit. Plugin-Hersteller pflegen ihre Shopware-5-Erweiterungen nicht mehr, Payment-Anbieter stellen alte Schnittstellen ab, moderne PHP-Versionen und aktuelle Server-Umgebungen werden zum Kompatibilitätsrisiko.
  • Jede Investition ist verloren. Jede Zeile Individualcode, die heute noch für Shopware 5 geschrieben wird, ist Geld auf einer Plattform ohne Zukunft.

Wer unter Druck migriert, migriert teuer.

Die drei Optionen — ehrlich eingeordnet

Drei Wege stehen offen: den Bestand absichern und Zeit kaufen, auf Shopware 6 migrieren oder auf ein anderes System replatformen. Für die meisten Shopware-5-Händler ist die Migration auf Shopware 6 der logische Weg — die Datenwelt ist verwandt, das Team kennt die Begriffe. Die beiden anderen Optionen haben klare, aber enge Anwendungsfälle.

1. Abgesicherter Übergangsbetrieb. Wer die Migration nicht sofort stemmen kann, sollte den Bestand härten: Systeme isolieren, WAF und Monitoring davorschalten, Plugin-Bestand einfrieren, Backups testen. Das kauft Zeit — mehr nicht. Übergangsbetrieb ist eine Brücke mit Ablaufdatum, keine Strategie. Was du ohne Shopware 6 in dieser Zeit konkret verlierst — Compliance aus dem Core, GEO-Sichtbarkeit — haben wir separat aufgeschlüsselt.

2. Migration auf Shopware 6. Für die meisten Shopware-5-Händler der logische Weg: Die Datenwelt ist verwandt, das Team kennt die Begriffe, und Shopware 6 ist keine aufgehübschte Version, sondern eine neue Architektur — API-first, mit Rule Builder und B2B-Fähigkeiten im Kern. Wichtig: Es ist eine Migration, kein Update. Daten und Geschäftslogik ziehen um, alter Code bleibt zurück. Wer es als Update plant, scheitert im Budget.

3. Replatforming auf ein anderes System. Der EOL-Moment ist auch der richtige Zeitpunkt für die Grundsatzfrage. Wer keine individuellen Prozesse, kein B2B und keine Schnittstellenlandschaft hat, fährt mit einem Cloud-Baukasten womöglich ehrlicher. Ab echten Prozessanforderungen dreht sich die Rechnung wieder — genau diese Schwelle sollte man rechnen, nicht raten.

Wie du jetzt entscheidest

Die Entscheidung braucht keine Monate, sondern eine saubere Bestandsaufnahme in vier Schritten: Inventur der umsatztragenden Plugins und Schnittstellen, Bezifferung des Ausfall- und Datenleck-Risikos, ein Zielbild ohne Altlasten und ein realistischer Budgetrahmen. Wer diese vier Punkte beantwortet hat, kann jedes Migrationsangebot einordnen — und erkennt überdimensionierte wie schöngerechnete Angebote sofort. Im Einzelnen:

  1. Inventur: Welche Plugins, welcher Individualcode, welche Schnittstellen tragen tatsächlich Umsatz? Was ist totes Inventar?
  2. Risiko beziffern: Was kostet ein Tag Ausfall, was ein Datenleck? Das ist die Vergleichsgröße für jedes Migrationsangebot.
  3. Zielbild festlegen: Migration ist der beste Moment, Altlasten zu schneiden — wer den Ist-Zustand eins zu eins nachbaut, bezahlt die Fehler von zehn Jahren noch einmal.
  4. Budget realistisch rahmen: Replatforming-Projekte beginnen bei rund 30.000 € und skalieren mit Datenvolumen und Schnittstellen. Die Kostenblöcke im Detail stehen auf unserer Kosten-Seite.

Für die Umsetzung selbst — von der Datenmigration über den SEO-Erhalt bis zum Go-Live ohne Downtime — findest du auf unserer Migrations-Seite den kompletten Ablauf inklusive Checkliste. Und wie so ein Wechsel in der Praxis läuft, zeigt das Replatforming der Handelskönig GmbH: JTL-Shop auf Shopware 6, ohne Brüche in Daten, SEO und Betrieb.

Shopware 5 hat sein Ende hinter sich. Die einzige offene Frage ist, ob du den Wechsel planst — oder er dich.

Offizielle Quellen

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