Vom Warenkorb zum Angebot: Handelskönig digitalisiert B2B-Preisanfragen
Seit dem 17. August 2026 können Kunden bei Handelskönig größere Mengen und mehrere Artikel direkt im Shop anfragen. So wird aus E-Mail-Pingpong ein durchgängiger B2B-Prozess.

Seit dem 17. August 2026 können Kunden bei Handelskönig größere Mengen direkt auf der Produktdetailseite anfragen oder mehrere Artikel zu einer gemeinsamen Preisanfrage bündeln. Der Vertrieb kalkuliert die Anfrage in Shopware, sendet ein verbindliches PDF-Angebot und macht daraus ohne Medienbruch eine reguläre Bestellung — auf Basis unseres Shopware-Plugins B2B Angebotsverwaltung & Preisanfragen.
Der Anlass ist alltäglich: Ein Kunde braucht nicht zehn Profile, sondern 500. Nicht einen Artikel, sondern Material für eine komplette Baustelle. Der Preis hängt von Menge, Zusammenstellung, Lieferort und Termin ab. Im klassischen Onlineshop endet dieser Kaufwunsch oft mit einem Telefonat, einer E-Mail und einer manuell gepflegten Excel-Liste.
Handelskönig ist die erste produktive Umsetzung des Plugins — und ein gutes Beispiel dafür, was nach einem erfolgreichen Shop-Go-live passieren sollte: kontinuierliche Weiterentwicklung an echten Geschäftsprozessen.
Was sich für Handelskönig-Kunden ändert
Der neue Ablauf beginnt dort, wo der Bedarf entsteht: am Produkt. Zwei Einstiege decken die typischen Situationen ab — die schnelle Mengenanfrage direkt auf der Produktdetailseite und die Mehrartikel-Anfrage für komplette Projekte. Beides funktioniert in der vertrauten Shop-Oberfläche, auch ohne vorheriges Kundenkonto.
Auf der Produktdetailseite steht unter den Staffelpreisen der Einstieg „Du brauchst größere Mengen?“. Ein Klick öffnet die Angebotsanfrage mit dem bereits gewählten Artikel, der konkreten Variante, Artikelnummer, Inhaltsangabe und Menge. Der Kunde ergänzt nur noch seine Kontaktdaten und sendet die Anfrage ab. Produktlinks, Artikelnummern und gewünschte Mengen müssen nicht mehr in eine separate E-Mail kopiert werden.
Wer Material für ein ganzes Projekt benötigt, nutzt die Mehrartikel-Anfrage. Dort lassen sich Produkte per Name oder Artikelnummer suchen, hinzufügen und mit der benötigten Menge versehen. Eine Zusammenfassung zeigt alle Positionen; zusätzlich kann ein Wunschliefertermin mitgegeben werden.
Damit deckt der Shop zwei typische Situationen ab:
- Schnelle Mengenanfrage: Ein bekanntes Produkt wird in deutlich größerer Stückzahl benötigt als im normalen Warenkorb vorgesehen.
- Projektanfrage: Mehrere Baustoffe, Profile oder Werkzeuge sollen als Gesamtpaket kalkuliert werden.
Beides funktioniert direkt in der vertrauten Shop-Oberfläche — auch ohne vorheriges Kundenkonto. Captcha-Schutz sichert öffentliche Anfragen ab.
Was im Hintergrund aus der Anfrage wird
Eine schönere Kontaktmaske allein löst noch keinen Vertriebsprozess — der entscheidende Teil beginnt nach dem Absenden: Jede Anfrage wird ein eigener Vorgang mit Angebotsnummer und Status-Workflow, der Vertrieb kalkuliert mit der Shopware-Preislogik, das Angebot geht als PDF zurück an den Kunden, und aus der Annahme entsteht eine reguläre Shopware-Bestellung.
1. Die Anfrage wird zu einem eigenen Vorgang
Jede Preisanfrage landet strukturiert unter Bestellungen → Angebote in der Shopware Administration. Sie erhält eine eigene Angebotsnummer und durchläuft einen nachvollziehbaren Status-Workflow — von der Anfrage über Bearbeitung und Angebot bis zu Annahme, Ablehnung, Bestellung oder Stornierung.
Damit liegt der aktuelle Stand nicht mehr verteilt in persönlichen Postfächern. Vertrieb und Kundenservice sehen Positionen, Kontaktdaten, Notizen, Nachrichten und Historie an einem Ort.
2. Der Vertrieb kalkuliert in Shopware
Positionen, Mengen und Preise können im Angebot bearbeitet werden. Zusätzlich lässt sich ein Gesamtrabatt vergeben. Shopware berechnet Warenkorb, Steuern und Summen serverseitig neu — dieselbe Logik, die später auch für die Bestellung relevant ist.
Das reduziert einen der häufigsten Fehler in manuellen B2B-Prozessen: Angebot, Shop und Auftragsbestätigung rechnen mit unterschiedlichen Grundlagen.
3. Das Angebot geht zurück an den Kunden
Der Vertrieb versendet das kalkulierte Angebot aus der Administration. Der Kunde erhält die Information per E-Mail und kann das Angebot als PDF im Shopware-Dokumentenlayout abrufen. Angemeldete Kunden sehen ihre Vorgänge zusätzlich im eigenen Angebote-Bereich des Kundenkontos und können dort antworten, annehmen oder ablehnen.
4. Aus dem Angebot wird eine echte Bestellung
Wird das Angebot angenommen, werden die ausgehandelten Positionen und Preise in den normalen Checkout übernommen. Am Ende steht keine Sonderbestellung in einer Nebenliste, sondern eine reguläre Shopware-Order, die an die bestehenden Zahlungs-, Versand- und Warenwirtschaftsprozesse anschließt.
Genau dieser letzte Schritt macht aus einem Formular einen Commerce-Prozess.
Warum das für Baustoffhandel und B2B relevant ist
Relevant ist die Funktion, weil sie fünf messbare Effekte verbindet: weniger Abbruch bei großen Bedarfen, weniger manuelle Übertragung, schnellere Kalkulation, nachvollziehbare Kommunikation und einen messbaren Vertriebskanal. Denn ein fester Listenpreis ist nicht in jedem Szenario der richtige Endpreis: Bei größeren Baustoffmengen wirken Staffelung, Fracht, Verfügbarkeit, Zusammenstellung und Liefertermin gemeinsam — und gewerbliche Kunden erwarten dieselbe Geschwindigkeit wie im normalen Onlinekauf.
Die neue Angebotsfunktion verbindet beide Welten:
Weniger Abbruch bei großen Bedarfen. Der Kunde muss den Shop nicht verlassen, sobald die Standardmenge nicht mehr passt. Die Anfrage bleibt mit dem betrachteten Produkt und der gewählten Variante verbunden.
Weniger manuelle Übertragung. Artikelnummern, Mengen und Kontaktdaten kommen strukturiert an. Der Vertrieb startet mit einer vollständigen Grundlage statt mit Rückfragen.
Schnellere Kalkulation. Preise und Rabatte werden direkt an den Angebotspositionen gepflegt. Dokument und Bestellung entstehen aus denselben Daten.
Nachvollziehbare Kommunikation. Status, Nachrichten und Historie gehören zum Vorgang. Das erleichtert Vertretung, Nachverfolgung und spätere Analyse.
Messbarer Vertriebskanal. Angebotsvolumen, Reaktionszeit, Annahmequote und daraus entstandener Umsatz lassen sich als Prozess-KPIs betrachten — eine Voraussetzung, um den Ablauf gezielt zu verbessern.
Warum wir das als natives Shopware-Plugin gebaut haben
Angebotsprozesse werden schnell zur Insellösung: ein Formular im Frontend, ein Postfach im Vertrieb, ein PDF aus Word und eine manuell angelegte Order. Jeder Übergang kostet Zeit und erzeugt Fehler. Ein natives Plugin vermeidet das, weil es Warenkorb-, Steuer-, Dokumenten- und Rechtelogik von Shopware wiederverwendet, statt sie zu duplizieren.
Unser Plugin nutzt deshalb bewusst Shopware-Standards:
- eigene DAL-Entitäten, State Machine und Nummernkreis für Angebote,
- Shopware-Warenkorb- und Steuerlogik für die Kalkulation,
- Dokumenten-Renderer für Angebots-PDFs,
- Flow-Builder-Events und anpassbare E-Mail-Vorlagen,
- Rechte und Rollen für Lesen, Preise, Freigabe, Dokumente und Konvertierung,
- optionale Suche über Elasticsearch oder OpenSearch,
- deutsch- und englischsprachige Snippets sowie verkaufskanalspezifische Konfiguration.
Das Ergebnis bleibt erweiterbar und fügt sich in Betrieb, Updates und Deployment ein. Für Handelskönig war das besonders wichtig: JTL-Wawi bleibt die gesetzte Warenwirtschaft, Shopware der Commerce-Kern und neue Funktionen dürfen die bestehende Prozesskette nicht umgehen.
Vom Replatforming zur laufenden Skalierung
Wir haben Handelskönig 2024 von JTL-Shop auf Shopware 6 migriert. Seitdem entwickeln wir das System in einem festen Release-Rhythmus weiter. Die neue Angebotsverwaltung ist deshalb kein nachträgliches Einzelprojekt, sondern der nächste Schritt der Scaling-Phase: einen wiederkehrenden manuellen Prozess identifizieren, als Produktfunktion abbilden, kontrolliert ausrollen und anschließend messen.
Die ganze Entwicklung vom Replatforming bis zum laufenden Betrieb zeigt unsere Handelskönig Case Study.
Für das neue Feature schauen wir jetzt nicht nur auf die Zahl der Anfragen. Entscheidend sind:
- Wie schnell erhält ein Kunde sein Angebot?
- Wie viele Anfragen werden angenommen und bestellt?
- Welche Produkte und Warenkorbgrößen führen besonders häufig zur Anfrage?
- Wie entwickeln sich Marge und Retouren gegenüber normalen Bestellungen?
- An welchen Statusübergängen bleiben Vorgänge liegen?
Erst diese Daten zeigen, ob aus weniger E-Mail-Pingpong tatsächlich mehr Umsatz und ein besserer B2B-Service werden.
Heute bei Handelskönig, bald im Shopware Store
Die Angebotsverwaltung ist seit dem 17. August 2026 bei Handelskönig produktiv. Die allgemeine Veröffentlichung des Plugins im Shopware Store ist für September 2026 angekündigt. Die Erweiterung ist laut Store-Listing für self-hosted Shopware-6.7-Shops konzipiert und unterstützt Storefront sowie Administration in Deutsch und Englisch.
Du möchtest den Angebotsprozess in deinem Shop testen oder hast Anforderungen, die über den Standardablauf hinausgehen? Auf unserer Seite zu Shopware B2B zeigen wir, wie wir Kundenportale, individuelle Preise und Einkaufsprozesse als zusammenhängendes System planen.
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